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Dreieinhalb Jahre Tabletklasse – Jetzt doch lieber BYOD?

Dreieinhalb Jahre sind in Bezug auf digitalen Medien eine lange Zeit. Wie haben sich die Geräte weiterentwickelt, was für neue APPs gibt es, sind die Geräte wohlmöglich schon veraltet und wie sieht es mit Updates aus?
All dies sind Fragen die spätestens nach dieser Zeit gestellt werden müssen.

Soll es weitere Tabletklassen geben, oder ziehen wir BYOD (Bring you own device) an meiner Schule vor?

Ab 100 schuleigenen Geräten wird die Verwaltung zu einer Herausforderung. Jedes Gerät ist einem Schüler zugeordnet und wird passend konfiguriert. Dies ist, wenn die Konfigurationssoftware über ein MDM (mobile device management) gesteuert werden kann, (k)ein Problem. Es wird allerdings zu einem Problem, wenn diese Software nicht richtig funktioniert und keine der zuständigen Firmen eine Lösung weiß. Die Geräte sind da, können aber nicht richtig genutzt werden, da sie nicht konfiguriert werden konnten.
Mittlerweile sind die Geräte schon fast wieder veraltet. Eine Lösung ist leider noch nicht in Sicht.

Dies ist die negative Seite der schuleigenen Geräte. Es gibt aber auch Positives.
Die Lehrpersonen, die in den Klassen arbeiten kennen sich mit den Geräten aus und können die Schüler gezielt unterstützen. Die Schüler können nur auf die Sachen zugreifen, die für die Schule benötigt werden und freigeschaltet sind. Neid auf neue Geräte entsteht nicht, da alle dieselben Geräte haben.
Das klingt eigentlich ganz gut. Trotzdem stehe ich diesem Konzept mittlerweile kritisch gegenüber und bin am Überlegen, ob BYOD für Schulen nicht sinnvoller ist.

Fast jeder Schüler hat einen kleinen Computer in der Tasche, der auch für den Unterricht genutzt werden kann. Warum also nicht darauf zurückgreifen. Was macht man dann aber mit den Schülern, die kein geeignetes Geräte haben?

Für einige Anwendungen sind die Displays der Smartphones zu klein und können deshalb nicht genutzt werden. Sinnvoller ist der Einsatz von Tablets oder Laptops, die den Schülern gehören. Die Schüler, die kein geeignetes Gerät besitzen müssen eins von der Schule gestellt bekommen. Vor der Einführung von BYOD ist es demnach sinnvoll sich mit den Eltern der Klasse zusammenzusetzen und sie dahingehend zu beraten ihren Kindern kein Smartphone zu kaufen, sondern ein Tablet-Computer. Die Smartphones folgen nach einiger Zeit sowieso.

Viele Anwendungen können mittlerweile online genutzt werden. Es ist daher nicht nötig auf APPs zurückzugreifen, was bei unterschiedlichen Geräten zu Problemen führen kann.

Mein Fazit lautet daher:
BYOD ist dem Konzept von Tabletklassen (die von der Schule verwaltet werden) vorzuziehen.
Ein ähnliches Ergebnis hat eine kleine von mir gestellt Umfrage auf Twittter erzielt.
BYOD
Die Verwaltung und Aktualisierung der Geräte fällt weg. Die dadurch gewonnene Zeit kann in die Unterrichtsentwicklung gehen, von der Schüler und Lehrer profitieren.
Wichtigste Voraussetzung für BYOD ist allerdings ein gut ausgebautes WLAN, was zur Zeit in vielen Schulen noch nicht vorhanden ist.