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Pitch beim StartEdTech auf der Didacta 2017

Anfang Januar wurde ich gefragt, ob ich einen Pitch für die Lernplattform MEIN-KLASSENZIMMER.DE beim StartEdTech auf der Didacta in Stuttgart halten möchte.
Natürlich habe ich Lust! Allerdings ist es eine sehr große Herausforderung neben einer 100% – Lehrerstelle eine Präsentation vorzubereiten und diese dann noch mitten in der Woche in einem süddeutschen Bundesland zu halten (wenn man in Hamburg lebt und arbeitet).
Zwei Wochen Stress und Vorbereitung haben sich gelohnt und mir viele neue Erkenntnisse bzgl. Bildung, Wirtschaft und ihrem Zusammenhang gebracht.

Pitch auf der Didacta 2017
Pitch auf der Didacta 2017

Der Pitch: Beamer, Rednerpult, vier Minuten Zeit, ein Raum voller Menschen aus der Wirtschaft und eine Fachjury (außer mir ist leider kein anderer Lehrer im Raum).
Drei Jahre Entwicklung, den Ist-Zustand und einen Ausblick wo wir mit MEIN-KLASSENZIMMER.DE im nächsten Jahr stehen wollen in nur vier Minuten auf den Punkt zu bringen, ist eine Herausforderung.
Ungefähr so klingt es dann:
„Ihre Schüler haben keine Lust mehr zu lernen? Sie und Ihre Schüler schleppen jeden Tag viele Bücher und Mappen für die unterschiedlichsten Fächer und Lernniveaus zur Schule?
Dann sollten Sie sich MEIN-KLASSENZIMMER.DE anschauen.

Motivierte Schüler, die teilweise auch in Ihrer Freizeit von ihren Smartphones und Tablets für die Schule Lernen und Aufgaben bearbeiten sind garantiert. Sie können sich ihre Aufgaben selber aus drei Niveaustufen auswählen und bearbeiten. Durch Videos, Drag&Drop, Lückentexte, Skizzenbausteine und vielem mehr ist die Motivation der Schüler deutlich größer.

Doch nicht nur die Schüler haben Nutzen dieser Plattform. Lehrer können gemeinsam Unterrichtsinhalte erstellen und anderen zur Verfügung stellen. Dabei ist eine leichte Bedienung unser wichtigstes Ziel.

Bücher und Arbeitsblätterberge sind von gestern. Motivierte Schüler und entspannte Lehrer, die mehr Zeit für die individuellen Bedürfnisse der Schüler haben, sind von heute.
Probieren Sie es aus!
Auf MEIN-KLASSENZIMMER.DE

Nach dem Vortrag gibt es Fragen der Jury. Was ist das Besondere an der Plattform und was unterscheidet sie von anderen? Wie ist das Finanzierungsmodell?

Diese Fragen sind einfach zu beantworten:

Das Besondere an MEIN-KLASSENZIMMER.DE ist, dass diese Plattform von zwei Lehrern zusammen mit Schülern aus dem praktischen Unterricht heraus entwickelt wurde und stetig weiterentwickelt wird. Sie wurde also aus dem Schulalltag heraus konzipiert und ist dadurch sehr einfach zu bedienen.
Die Grundversion der Plattform ist kostenfrei nutzbar. In Zukunft wird es einzelne Bausteine geben, die kostenpflichtig hinzu gebucht werden können.

Nachdem alle 6 Start-Ups ihren Pitch vorgestellt haben, kommt es zur Abstimmung der Jury und des Publikums.
Ich habe es leider nicht unter die Top 3 geschafft. Schade! Aber die Entwicklung der Plattform geht weiter…

Fazit
Beim Fazit der Exkursion in wirtschaftliche Gefilde stellt sich mir eine Frage: In wieweit sind (Schul-)Bildung und wirtschaftliche Interessen voneinander trennbar, bzw. wer genau macht eigentlich Bildung?

Ich denke, es ist wichtig ist, dass Wirtschaft und Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten, denn, was in Bildungseinrichtungen wirklich benötigt wird, können nur Lehrende sagen, die dort tagtäglich mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zu tun haben.

Diese Erkenntnisse und Bedürfnisse sollten dann an Verlage und andere Institutionen weitergegeben werden, allerdings nicht unter dem Hauptaspekt des Geldverdienens.

Wenn das Hauptanliegen Profitsteigerung ist, wird die konstruktive Weiterentwicklung innovativer Bildungsideen gelähmt. Das System Bildung wird zu einem theoretischen Konstrukt, weit weg von dem, was sich alltäglich in Bildungseinrichtungen abspielt.
Ein Austausch verschiedenster Beteiligter und eine gemeinsame Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien sowie der dazugehörigen Didaktik ist für eine zeitgemäße und gute (Aus-)Bildung unabdingbar.